Ein Mythos: Futsal als körperloser Sport.

In unserem letzten Beitrag sind wir auf die wichtigsten Unterschiede zwischen Futsal und dem klassischen Hallenfußball eingegangen. Nachdem der DFB bereits 2014 beschlossen hatte, dass alle Verbandswettbewerbe in der Halle von der Kreis- bis zur DFB-Ebene nach den offiziellen Futsal-Regeln der FIFA gespielt werden sollen, befindet sich diese Änderung immer noch in einer Übergangsphase. Damit einhergehend begegnet man leider regelmäßig gewissen Vorurteilen. Einer der häufigsten Vorwürfe lautet sicherlich, dass Futsal ein körperloser Sport für Schönspieler sei. Futsal.de möchte mit diesem Mythos aufräumen und den Ursachen auf den Grund gehen.

1) Grätschverbot

Kritiker sprechen oft von einem generellen Grätschverbot, was aber bereits vor mehreren Jahren von der FIFA abgeschafft wurde. Liest man außerdem genau im offiziellen Regelwerk nach, so schafft man zusätzlich Klarheit. Dieses unterscheidet bspw. zehn verschiedene Fouls, die mit einem direkten Freistoß geahndet werden. Darin sind u.a. enthalten: Wenn ein Spieler seinen Gegner tritt, ihm ein Bein stellt oder ihn schlägt. Es handelt sich also um nachvollziehbare und klare Regelverstöße, wie sie in jeder Sportart vorhanden sind.

2) Körperloses Spiel/Teamfouls

Grundsätzlich kommt es aufgrund der geringeren Spielfeldgröße zwangsläufig zu mehr Berührungen zwischen den Spielern. Betrachtet man Profispiele fällt außerdem schnell auf, dass der Körpereinsatz ähnlich intensiv wie beim normalen Fußball ist. Die kumulierten Teamfouls sorgen zudem für eine größere Fairness, nicht aber für ein zurückhaltendes Spiel. Entscheidendes Kriterium für den Schiedsrichter ist nämlich immer die Verletzungsgefahr, also nicht anders als im Hallenfußball.

3) Futsal besteht größtenteils aus Tricks

Diesen Eindruck mag man gewinnen, wenn man sich entsprechende Highlight-Videos im Internet anschaut, zu vergleichen mit Neymar-Videos auf Youtube. Dieser sehr attraktive Teil ist sicherlich eine tolle Werbung, macht aber weder im Fußball noch im Futsal den Hauptteil des Spiels aus. Aufgrund der engen Räume und kleineren Tore im Futsal besteht dieses v.a. aus schnellen Pass- Stafetten und einstudierten Spielzügen in der Offensive, als auch sehr taktisch geprägter Abwehrarbeit.

Fazit

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass aufgrund des in Deutschland etablierten Hallenfußballs eine gewisse Skepsis dem Futsal gegenüber völlig natürlich ist. Unabhängig davon, welche Meinung man zu diesem hat, dürfen aber keine vorschnellen Urteile gefällt werden. In diesem Beitrag sollte klargeworden sein, dass Futsal intensiv und taktisch geprägt gespielt wird und sehr vielseitig ist – nur alles andere als körperlos.

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